Pädagogische Schwerpunkte / Konzeption

  1. Leitbild unserer Einrichtung

Das Leitbild unseres Kinderhortes beruht auf den Grundlagen der humanistischen Pädagogik. Im Folgenden sollen einige zentrale Bestimmungspunkte bzw. Grundformen einer an der Person des Kindes und der Person der pädagogischen Fachkraft orientierten Pädagogik zusammenfassend dargestellt werden.

 

Wir sehen eine „gute“ Beziehung als Grundlage unserer Arbeit.

Wir sind uns stets der Art und der Gestaltungsform unserer Beziehung

zu den Kindern bewusst.

Wir treffen unsere Entscheidungen für unsere pädagogischen

Interventionen vor dem Hintergrund der Art der Beziehung.

Beziehungsverbesserung und Beziehungsklärung hat stets Vorrang.

Wir denken an das kindliche Heranwachsen nicht vom späteren Erwachsensein her, sondern wir sehen den Eigenwert im „Kind -sein“ des Kindes.

Wir konzentrieren uns in unserer Wahrnehmung zuerst auf das Hier und Jetzt im kindlichen Handeln sowie auf das eigene Erleben des Kindes.

Wir beziehen unsere pädagogischen Zielvorstellungen auf gegenwärtige Probleme, Phänomene und Verhaltensmöglichkeiten.

Wir achten auf Verhaltensweisen und Entwicklungsvorgänge, die beim Kind gleichsam von „ innen heraus“, als Anlage sich zu entfalten scheinen.

Wir schützen das Kind vor Sozialisationsinstanzen und –erfahrungen, die diese Erscheinungen bedrohen.

Wir unterstützen den natürlichen geistigen Wachstumsprozess des Kindes.

Wir begreifen Willensäußerungen als fundamentale Kräfte einer

heranwachsenden Person, mit denen wir respektvoll und behutsam umgehen.

Wir fördern Interessen, Neigungen und persönliche Entwicklungspotentiale in einer nicht besitzergreifenden Weise.

Wir helfen dem Kind durch differentielle pädagogische Strategien sein inneres Bezugsystem im Hinblick auf seine Lebensperspektiven besser zu verstehen.

Wir legen Gegebenheiten, die Zwänge verursachen (z.B. Hausaufgaben), ebenso offen wie unsere persönliche Haltung.

Jedes Kind darf sich in seinem eigenen Tempo entwickeln, eigene Werte finden und seine eigenen Bedürfnisse äußern.

Wir sehen das Kind in seiner Ganzheitlichkeit bestehend aus Körper, Geist und Seele.

Jedes Kind ist unverwechselbar und in der Summe seiner Anlagen und Fähigkeiten keinem anderen gleich. Die Einzigartigkeit und Individualität wird von uns akzeptiert und unterstützt.

 

 

  1. Hausaufgabenzeit

Die einheitliche Hausaufgabenzeit von 14.00 Uhr bis 15.00 Uhr richtet sich nach der Volksschulordnung – VSO § 42, welche besagt: „ Um den Lernstoff einzuüben und die Schülerinnen und Schüler zu eigener Tätigkeit anzuregen, werden Hausaufgaben gestellt, die von Schülerinnen und Schülern mit durchschnittlichem Leistungsvermögen in der Grundschule in einer Stunde [..] bearbeitet werden können.“

 

Der Zeitpunkt für die betreute Hausaufgabenzeit ist der bestmögliche, denn:

 

  • nur so können alle Kinder – auch die, die erst um 13.30 Uhr im Hort eintreffen (z. B. die Kinder der Schule Atzenhof), zusammen mit allen anderen bei den Hausaufgaben betreut werden
  • alle Kinder können vorher in Ruhe essen
  • alle Kinder haben die Möglichkeit sich (wenigstens kurz) auszutoben und zu unterhalten, bevor konzentrierte Einzelarbeit von ihnen erwartet wird

 

  • nach der betreuten Hausaufgabenzeit, haben alle Kinder ab 15.00 Uhr die Möglichkeit an pädagogischen Angeboten und Projekten teilzunehmen

 

In der Zeit von 14.00 Uhr bis 15.00 Uhr gilt:

 

  • die Räumlichkeiten (Spielezimmer EG, Bistro, Spielezimmer EG) dienen der Erledigung der Hausaufgaben
  • alle Erzieher stehen für Hilfe bei den Hausaufgaben zu Verfügung
  • alle Kinder erledigen Hausaufgaben oder beschäftigen (werden beschäftigt) sich mit ruhigen Dingen (lesen, malen, basteln, Entspannungsgeschichten etc.)
  • um Störungen zu vermeiden, sollen die Kinder möglichst vor oder nach der Hausaufgabenzeit abgeholt werden, wobei bei telefonischer Absprache mit dem Personal auch bei wichtigen Terminen und in Ausnahmen, zwischenzeitlich abgeholt werden kann

 

Die feste, betreute Hausaufgabenzeit hat folgende pädagogische Gründe:

 

Es herrscht Ruhe im gesamten Hort, während einer einheitlichen Hausaufgabenzeit – alle tun dasselbe während einer fest terminierten Zeitspanne:

  • keine Ablenkung und keine Störung der Konzentration durch spielende Kinder im Haus und in den angrenzenden Räumen (besonders Spielezimmer und Bistro während der Mittagsperiode)
  • kein Stress, schnell fertig zu werden, um mit anderen Kindern (weiter) spielen zu können
  • auch Kinder ohne Hausaufgaben oder Verpflichtung diese zu erledigen, kommen zur Ruhe und beschäftigen sich still (Phasen der Ruhe sind für alle Kinder wichtig!)
  • alle Erzieher bringen ihre Ressourcen ausschließlich in die Hausaufgabenbetreuung ein
  • bei Personalengpässen erlaubt die Regelung es dem Personal die Hausaufgaben zumindest auf Vollständigkeit zu überprüfen

 

Freiwillige Hausaufgabenzeit von 11.45 Uhr 14.00 Uhr und von 15.00 Uhr bis 15.30 Uhr

 

In dieser Zeit können die Kinder, freiwillig und selbstständig mit den Hausaufgaben beginnen. Dies betrifft vor allem die Kinder, die nachmittags noch Unterricht haben oder außerschulischen Tätigkeiten nachgehen (Gitarre, Cheerleading, Flöte uvm.).

 

Die Erzieher stehen in dieser Zeit gerne für Fragen und Hilfestellungen zur Verfügung, jedoch liegt das Hauptaugenmerk in dieser Zeit auf der eigenständigen Erledigung der Hausaufgaben.

 

Werden die Hausaufgaben in dieser Zeit von den Kindern fertig gestellt, können diese in der Zeit von 14.00 Uhr bis 15.00 Uhr von den Erwachsenen kontrolliert werden.

 

Sollten die Kinder innerhalb der vorgegeben Zeit von einer Stunde, nicht fertig werden erfolgt eine kurze Mitteilung im Hausaufgabenheft/Mitteilungsheft an die Eltern und Lehrer.

 

 

 

 

 

 

 

 

  1. Angebote und Projekte

Der Hort ist eine pädagogische Einrichtung, die in erster Linie einen Bildungsauftrag gegenüber den Kindern dieser Einrichtung hat.

 

Wir arbeiten nach dem „Bildungs – und Erziehungsplan – kurz BEP“, nach welchem, die Kinder mit Hilfe von pädagogischen, sinnvollen und situativen Angeboten und Projekten, ihre bereits vorhandenen Basiskompetenzen erweitern sollen.

 

Aus diesem Grund bietet jede Erzieherin, im Laufe des Jahres und je nach Situation, mehrere Angebote und Projekte an um die Kinder beim Erwerb grundlegender Fertigkeiten und Persönlichkeitscharakteristika zu unterstützen. Jedes dieser Angebote zielt darauf ab, den Kindern in ihrer Selbstwirksamkeit zu fördern, ihnen Lösungswege auf zu zeigen, in ihrer Phantasie und Kreativität zu stützen und erste Erfahrungen in der demokratischen Teilhabe zu ermöglichen.

 

Bei uns finden deshalb abwechslungsreiche Projekte und Angebote statt, die den Kindern all dies bieten sollen: Experimente, Bewegungsangebote, Kinderkonferenz, kreative Angebote (Töpfern, Pinnwände basteln… usw.), gemeinsames Lesen, Basteln, Backen usw…

 

Die Zeit vor und nach den Hausaufgaben erlaubt es den Erziehern, auch unabhängig von festen Gruppen, Beschäftigungen anzubieten. Die Mitarbeiter/-innen sind ebenfalls in Aufgabenbereiche unterteilt (welche für die Kinder an einer Tafel ersichtlich sind). Im wöchentlichen Wechsel können daher unterschiedliche Aktionen angeboten werden, die zeitweise im Werkraum, Gruppenraum, Ruheraum oder Mehrzweckraum stattfinden.

 

 

  1. Freie Gestaltungszeit

Mit dem Eintritt in die Schule wird vom Kind Selbstständigkeit in bestimmten Bereichen erwartet. Das Kind soll dadurch seine eigene Persönlichkeit entdecken und entwickeln, sein Selbstbewusstsein und Durchsetzungsvermögen steigern und dadurch positive und negative Erlebnisse bewältigen.

 

Im Kinderhort wird der Alltag zum Lernfeld. Spielen ist eine der wichtigsten Formen des Lernens und hat deshalb im alltäglichen Geschehen eine gleich große Bedeutung wie das Sachlernen.

 

Im Freispiel werden von den Kindern wichtige Kompetenzen erlernt, die ihnen dabei helfen im späteren Leben zu Recht zu kommen. Um dieser Zeit des Lernens so viel Raum wie möglich zu bieten, wird nicht der gesamte Hortalltag mit festen Angeboten verplant, sondern die Kinder gestalten ihren Tagesablauf zum Teil selbst.

 

Die Gegenwart eines anderen Kindes als Spielkamerad erhöht die Spielqualität. Die Zweierkonstellation fordert Kinder heraus, Regeln und Vorgehensweisen ihres Spiels gemeinsam auszuhandeln, über ihr Vorgehen zu sprechen und es miteinander zu reflektieren.

 

Anregende Lernumgebungen zu schaffen, den Kindern kombinationsreiche Spiele und strukturiertes Erforschen ermöglichen, sind insbesondere Miniaturversionen alltäglicher und außeralltäglicher Handlungsfelder, z.B. Kaufladen, Ritterburgen, Puzzles, Bauklötze, Funktionsräume etc..

 

Die Gegenwart eines Erwachsenen, der sich nicht in das Spiel einmischt, aber die Spielsequenz stabilisiert, z.B. die Kinder zum Weitermachen animiert, Impulse gibt, wirkt sich positiv auf die Spielqualität aus. Die Erzieher stellen den Kinder außerdem immer wieder neues Material zur Verfügung, geben ihnen geeignete Spiel- und Freiräume, stehen bei Konfliktsituationen wenn nötig zur Seite, spielen mit oder leiten Anregungen weiter, sind für Fragen und Probleme jeder Zeit offen und nehmen sich bewusst Zeit für die Bedürfnisse der Kinder.

 

 

Magnettafel

 

Neben den, in unserem pädagogischen Leitbild verankerten, erzieherischen  Leitsätzen ist uns die demokratische Teilhabe der Kinder am Hortalltag sowie das Arbeiten nach dem situationsorientierten Ansatz und das ko-konstruktive Lernen sehr wichtig.

 

Die Magnettafel bietet den Kindern innerhalb fester Strukturen genügend Freiraum ihre Selbstständigkeit und das Verantwortungsbewusstsein zu schulen. Die Hortkinder können sich durch die Mitbestimmung und Selbstgestaltung ihres Alltags auf das konzentrieren was ihnen Spaß macht.

 

Die Kinder markieren auf der Magnettafel lediglich ihren Standort, sodass sie von Erziehern und Eltern jederzeit gefunden werden können.

Das Nichtstellen des Magneten hat auch Konsequenzen: sollte ein Kind seinen Magneten vergessen zu stellen und somit nicht aufzufinden sein, muss der Magnet einen Nachmittag lang einer zuständigen Erzieherin im Spielezimmer ausgehändigt werden und dort unter Aufsicht bleiben.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

  1. Kinderkonferenz

In dieser werden nicht nur demokratische Entscheidungen getroffen und Wochen- bzw. Tagesabläufe durchgesprochen sondern auch Themen der Kinder behandelt. Es sind ebenfalls Probleme die von den Kindern in der ganzen Gruppe besprochen werden möchten. Hier erfordert es Mut vor allen zu sprechen und sein Anliegen zu erläutern. Die Kinderkonferenz bietet aber auch die Chance viele Lösungsansätze zu finden. Das Demokratieprinzip prägt das gesamte Bildungsgeschehen und trägt die Idee von „gelebter Alltagsdemokratie“ in sich. Ebenfalls ein Punkt ist die partnerschaftliche Beziehung zu den Kindern. Diese erfordert eine angemessene Beteiligung an Entscheidungsprozessen in gemeinsamen Angelegenheiten mit dem Ziel ko-konstruktiver Aushandlung und Mitbestimmung. Kinder haben das Recht, an allen sie betreffenden Entscheidungen entsprechend ihrem Entwicklungsstand beteiligt zu werden.

 

  1. Ferienzeit

Auch die Ferien haben ihre Besonderheiten. Wir haben hier die Möglichkeit unabhängig von Hausaufgaben und Schulstress mit den Kindern wertvolle Zeit zu verbringen. Angebote und Projekte können den ganzen Tag angeboten werden und fördern einen intensiveren Kontakt zu den Kindern. Bereits bestehende Themen lassen sich vertiefen und umfangreicher bearbeiten.

Bei Ausflügen sind die kleineren Gruppen für alle angenehmer und übersichtlicher. Diese stärken den Zusammenhalt und geben den Kindern mehr Handlungssicherheit.

 

Danke für Ihr Interesse

Ihr Tintenklecksteam